Die Trotzki-Biografie des britischen Historikers Robert Service hat eine internationale Kontroverse ausgelöst.
Service verfolgt mit seinem Buch nach eigenen Worten das Ziel, den bedeutendsten sozialistischen Gegner Stalins »endgültig zu erledigen«. Er verletzt dabei grundlegende Regeln wissenschaftlichen Arbeitens, greift auf stalinistische Geschichtsfälschungen zurück und arbeitet mit antisemitischen Vorurteilen. Das Buch ist – in den Worten des Mannheimer Historikers Hermann Weber – »keine Streitschrift, sondern eine Schmähschrift«.
14 angesehene deutschsprachige Wissenschaftler haben sich in einem Brief an den Suhrkamp Verlag gegen die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe dort ausgesprochen. Dennoch hat der Verlag sich entschieden, an seinem Vorhaben festzuhalten. Unterstützt wird er dabei u.a. von der rechtsradikalen Jungen Freiheit und der konservativen Neuen Zürcher Zeitung.
Der Chefredakteur der World Socialist Web Site David North, der die Kontroverse mit seinem Buch »Verteidigung Leo Trotzkis« eröffnet hat, hat im Rahmen der Leipziger Buchmesse seine Kritik an Service erläutert. Die vollständige Rede von North ist auf der World Socialist Web Site dokumentiert.
Angesichts der tiefen Krise des Kapitalismus gewinnt das Leben und Werk Leo Trotzkis zunehmend an Bedeutung. Es geht dabei auch um geschichtstheoretische Fragen. Gerade die junge Generation hat ein Anrecht auf unverfälschten Zugang zur historischen Wahrheit.



